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Papua-Neuguinea: Gen schützt Kannibalen vor Erkrankung des Hirns
| Wissenschaft |
Bis zum Ende der 1950er Jahre aßen auf Papua-Neuguinea die Mitglieder des Stammes der Fore die Gehirne Gestorbener – und das bei den jeweiligen Beerdigungen der Verstorbenen. Dieses Ritual sollte den Respekt und die Trauer erweisen.
Jedoch starben über 2.500 Eingeborene, da durch diesen Brauch die infektiöse und unheilbare Krankheit Kure verbreitet wurde. Die Regierung Australiens verbot das Trauerzeremoniell, als die Ursache bekannt wurde. Nun entdeckten Wissenschaftler, das die Kannibalen auf Papua-Neuguinea mittlerweile gegen Kure immun sind.
Das dafür verantwortliche "Anti-Kuru-Gen" wurde bei Überlebenden einer der Kuru-Epidemien entdeckt. "Unter dem starken Selektionsdruck, den die Krankheit verursachte, kam es zu einer plötzlichen genetischen Anpassung", so ein Wissenschaftler. Beim Anti-Kuru-Gen handelt es sich um eine Art des Gens PRNP, das normalerweise die tödliche Krankheit hervorruft.
Nun verhalten sich diese Eiweißmoleküle jedoch falsch verhalten, lösen sie sich nicht auf und werden in den Nervenzellen gelagert. Diese sterben dann ab und dadurch bilden sich Löcher in den Gehirnen. Die Kuru-Krankheit ist eng mit BSE und der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verwandt. Das könnte eine Chance sein, Prionenerkrankungen zukünftig besser behandeln zu können.
Quelle: Spiegel
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