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Archäologen entdecken Neros legendären rotierenden Speisesaal
| Wissenschaft |
In Rom haben Archäologen in den Ruinen des "Goldenen Palastes" vermutlich den legendären rotierenden Speisesaal von Kaiser Nero entdeckt. Schon der altrömische Schriftsteller Sueton schwärmte von diesem Raum: "Der Hauptfestsaal war kreisrund und drehte sich Tag und Nacht in Nachahmung der Bewegung der Himmelskörper."Der Saal selbst soll einen Durchmesser von mehr als 15 Metern gehabt haben. Seine Decke bestand aus elfenbein-geränderten, beweglichen Holzpaneelen, aus denen die Gäste mit Blüten oder wohlriechenden Essenzen berieselt werden konnten. Der Holzboden wurde von einer 4 Meter starken Säule getragen und eine Mechanik aus kugelförmigen Steinen, die durch Wasser angetrieben wurde, hielt das Ganze in ständiger Bewegung.
Der Wissenschaftler stießen bei ihren Ausgrabungen jetzt auf eine solche zentrale Säule, sowie weitere kleinere Stützsäulen, kreisrunde Begrenzungsmauern und ebensolche Steinkugeln. Die genaue Funktionsweise der Mechanik muss allerdings erst noch weiter erforscht werden, doch sind sich die Archäologen sicher, dass dort einmal der Speisesaal war, der den Namen "coenatio rotunda" trug.
Nero erbaute den "Goldenen Palast" (Domus Aurea) auf dem Palatin, dem Zentralhügel des antiken Rom, nachdem ein verheerendes Feuer im Jahr 64 v. Chr. weite Teile der Stadt zerstört hatte. Nero verwirklichte mit dem Wiederaufbau der Stadt und der Errichtung seines Palastes seine architektonischen Wünsche nach dem klassisch-griechischen Baustil. Vermutlich auch deswegen wird ihm bis heute nachgesagt, selbst die Feuer befohlen zu haben, um die Stadt nach seinen Vorstellungen neu bauen zu können.
Der Palast war das Extravaganteste von Neros Bauwerken: Vor dem Eingang prunkte eine mehr als 35 Meter hohe Statue des Herrschers selbst, im Inneren der Anlage gab es ein Amphitheater, einen Zoo, mehrere Gärten, hunderte von Statuen und sogar einen eigenen Thermenkomplex, der von einem mehr als 80 Kilometer langen Aquäduktsystem gespeist wurde.
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