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Nach Irlands JA zum Lissabonvertrag könnte Blair erster EU-Präsident werden
| Politik |
Sollte das irische Volk am heutigen Freitag seine Meinung ändern und diesmal JA zum Lissabonvertrag sagen, könnte der ehemalige britische Premierminister Tony Blair schon in wenigen Wochen der erste EU-Präsident sein. Aus britischen Regierungskreisen wurde bekannt, dass man seine Kanditatur möglichst rasch durchsetzten wolle. Blair gehört zu den aussichtsreichsten Kandidaten für diesen neuen Titel, der erst nach einer Anerkennung des Lissabonvertrages auch durch den letzten EU-Staat, nämlich Irland, geschaffen werden kann.
Den zukünftigen EU-Präsidenten wählen die Führer der 27 Mitgliedsländer und nicht die jeweilige Bevölkerung. Offenbar hat Blair die uneingeschränkte Unterstützung des französischen Präsidenten Sarkozy, der französische Außenminister Bernard Kouchner sagte sogar, dass Blair im Moment der einzige wirkliche Kandidat sei.
Blair selbst verweigerte die Antwort auf die Frage, ob er nun wirklich als EU-Präsident kandidieren würde, meinte aber, für den Fall des Falles wäre es gut, möglichst viele Fans zu haben. Für Blair wäre ein solcher Posten eine einmalige Chance, wieder das Parkett der Weltpolitik betreten zu können und seine wirtschaftliche Zukunft wäre für lange Zeit gesichert.
Der irische Ministerpräsident Brian Cowen schließt indessen ein drittes Referendum aus, sollte sich Irland heute ein zweites Mal gegen den Vertrag aussprechen. Ihm ist durchaus bewusst, dass ein irisches NEIN die EU spalten würde und Zeiten großer Unsicherheit auf den Staatenverbund zukommen würden.
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