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Blog: "9/11" - (M)Eine Chronologie

Panorama

Wir schreiben den 11. September 2001. Es ist ein schöner Tag im beginnenden Herbst in New York. Ein strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint über der Stadt, die ja laut Frank Sinatra bekanntlich niemals schläft. Doch es wird ein Tag werden, der die Welt erschüttern und auch verändern sollte.

Es ist 8.46 Uhr Ortszeit, als eine Passagiermaschine in den Nordturm des World Trade Centers fliegt, die Menschen sind in Panik. Ein Unglück? Bei bestem Wetter? Es ist 9.03 Uhr, als der Südturm getroffen wird, auch hier ist es eine Passagiermaschine, Flammen schlagen aus den Türmen, die als eines der Symbole des westlichen Kapitalismus gelten. Um 9.46 Uhr wird das Pentagon getroffen, die Welt ist schockiert. Jassir Arafat, 2004 verstorbener damaliger Palästinenserpräsident, äußert sich bestürzt, "Horrible, horrible", so Arafat im Fernsehen. In den Palästinensergebieten sieht man manche Menschen tanzen.

Flug 93 von United Airlines erreicht die möglichen Ziele nicht, es sind wohl Passagiere, die sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden wollen. Sie versuchen offenbar, die Maschine in ihre Gewalt zu bekommen, Flug 93 stürzt in der Nähe von Pittsburg auf einem Feld ab, niemand überlebt.

Am Tag zuvor war ich im Kino, ich habe gelacht wie selten, mit einer Freundin hatte ich "Der Schuh des Manitu" von Michael "Bully" Herbig gesehen.

Es ist 9.58 Uhr, als der Südturm einstürzt, den Nordturm trifft es um 10.28 Uhr, ohrenbetäubender Lärm herrscht in New York, eine riesige Staubwolke verbreitet sich. Ich sitze im Büro und höre davon im Radio. Die Online-Ausgabe von "n-tv" läßt sich nicht aufrufen, wohl aus Überlastung. Ich rufe das Mädel vom Vorabend an und informiere sie, sie meint, ich wolle sie wohl veräppeln. Auf allen Kanälen wird tagelang über die Anschläge berichtet.

Am nächsten Tag musste ich auf die "Hannover-Messe", ich gehe mit einem mulmigen Gefühl nach Hause, um zu packen. Nicht weit entfernt ist ein Atomkraftwerk gelegen, Kampfbomber der Bundeswehr sind zu hören, wohl zum Schutz der Kraftwerke vor einem möglichen Anschlag, meine Knie werden bei dem Geräusch der offensichtlich tief fliegenden Bomber weich.

Infolge der Anschläge kamen mindestens 3.015 Menschen ums Leben, 19 Attentäter sowie diverse Hintermänner hatten an diesem Septembertag dafür gesorgt.

Zahlreiche Verschwörungstheorien gibt es seit den Anschlägen, gerne wird auf das Auffinden von Thermit im Staub des eingestürzten WTC verwiesen. Um die Türme zum Einsturz zu bringen, wären jedoch Tonnen von Nano-Thermit nötig gewesen. In diesem Fall hätte man dann aber auf den Bildern der einstürzenden Gebäude ein gleißend helles Licht erkennen müssen. Thermit entzündet sich erst bei etwas über 1.500 Grad, das sich entzündende Kerosin der Passagiermaschinen entfachte Temperaturen von etwas über 1.000 Grad. Bei rund 600 Grad verliert Stahl jedoch bereits seine Tragfähigkeit, der Verlust beträgt etwa 50 Prozent. Und vielleicht noch wichtiger ist die Tatsache, dass sich Stahl in diesem Fall ausdehnt bzw. verformt, was im Fall des WTC dazu führte, dass die Verbindung zu anderen Trägern gesprengt wurde. Die Belastung war für die Stahlträger der Gebäude nach dem Einschlag der Flugzeuge einfach zu hoch.

Ich bin auf der "Hannover-Messe" angekommen, mein Chef sagt - auf die Anschläge angesprochen - lapidar "Business as usual". Ein US-Amerikaner eines Nachbarstands kommt zu mir und fragt mich, wer denn das Lied sänge, was bei uns lief. Es war nicht Enya mit "Only Time". Es war ein Song von Shakira.


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