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Somalia: Shahab-Milizen verbieten Handy-Klingeltöne
| Kultur |
Anfang Oktober hatten die islamistischen Shahab-Milizen die Kontrolle in der Hafenstadt Kismayu übernommen, seitdem gilt dort das islamische Rechtssystem, die Sharia. Seitdem kam es dort nach Urteilen religiöser Gerichte zu zahlreichen Amputationen und Auspeitschungen. Auch Tanzen auf Hochzeiten, Fußballspiele auf dem Platz und deren Übertragungen im Fernsehen sowie Kinofilme sind verboten.
Nun haben die Islamisten ein neues Feindbild entdeckt: Klingeltöne von Handys in Form von Musik. "Wir tolerieren nichts, was die Leute korrupt machen könnte", so Sheikh Hassan Yaqub, Sprecher der Shahab. Er empfiehlt deshalb, anstelle der Musik Koranverse zu verwenden. Doch daraus ergibt sich für die Menschen in der Region ein ernstzunehmendes Problem.
Das Wort des Propheten darf nicht unterbrochen werden, eine Entgegennahme von Telefonaten wäre somit nicht mehr möglich. 19.000 Menschen kamen seit 2007 im somalischen Bürgerkrieg ums Leben. Anfangs sorgten die Shahab-Milizen für Recht und Ordnung, was einige Somalis begrüßten. Viele Einheimische haben sich jedoch inzwischen von den Islamisten abgewendet.
Quelle: derstandart.at
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