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Schweiz: Islamische Fundamentalisten in Moscheen

Brennpunkte

[bazonline.ch]

Wiederholt versuchen in der Schweiz lebende Hassprediger, in den Moscheen der Alpenrepublik Fuß zu fassen. Aus Angst, als Verräter gebrandmarkt zu werden, äußern sich die meisten schweizer Muslime nicht dazu. Sie sind es auch leid, sich permanent verteidigen zu müssen. Die Anschläge des 11. September 2001 sind der Grund, warum sie unter Verdacht stehen, Fundamentalisten zu unterstützen. Die meisten können jedoch nicht einschätzen, wie viele ihrer Glaubensgenossen zu Fundamentalismus neigen. Farhard Afshar gehört zu den führenden Muslimen in der Schweiz, er lehrt Soziologie in Bern. Bei gewissen Schweizern spricht er von "stereotypen Vorstellungen" und "Islamophobie", wenn es um Muslime geht. Allerdings schränkt Afshar auch ein. "Ich will nicht behaupten, dass es keinerlei radikale Umtriebe gibt, aber in den Zentren der organisierten Muslime sind mir keine solche Fälle bekannt", so der Soziologe.

Glaubwürdige Informationen, die dem "Tages-Anzeiger" vorliegen, zeigen jedoch auf, dass Hassprediger immer wieder versuchen, in Moscheen vorzudringen und die dortigen Imame als unfähig darzustellen versuchen. Das belegt auch der Geheimdienst, er sieht eine "Strategie islamischer Extremisten, in gemässigten Moscheen aufzutreten, den Imam als inkompetent zu verleumden und durch aggressive Präsenz zu versuchen, die Kontrolle über die Moschee zu übernehmen". Zumeist stoße man jedoch auf Gegenwehr in den Moscheen. Mit gläubigen Muslimen über Extremismus zu reden, fällt schwer. Sie haben Angst davor, die eigene Ehre zu verletzen. Gerade aber zu Zeiten der sogenannten Minarett-Initiative in der Schweiz wären es gerade gläubige Muslime, die die soziale Kontrolle innerhalb der Moscheen transparent darstellen könnten.

In dem Fall jedoch müssten sie zugeben, dass es innerhalb der Moscheen extremistische Tendenzen gibt. Äußerungen zur Thematik hört man nur von muslimischen Migranten, die sich vom muslimischen Glauben entfernt haben, so zum Beispiel vom Zentralrat der Ex-Muslime. Oder von Einzelpersonen wie Ali Tunali, der 42-Jährige ist Dolmetscher und Taxifahrer. Die Zahl strenggläubiger Muslime in der Schweiz steigt, das ist für Tunali eindeutig. Unter den Türkinnen in der Schweiz sei auch das Kopftuch vermehrt Thema, ebenso würde körperlicher Kontakt zwischen den Geschlechtern immer häufiger vermieden. Christliche Schweizer können nur selten türkische Frauen heiraten, es sei denn, sie konvertieren zum Islam. Das habe nichts mit muslimischer Gewalt oder Radikalismus zu tun, dennoch müsse man unbedingt "die säkularen, modernen und demokratischen Muslime" stärken. Die Minarett-Initiative will Tunali unterstützen. "Sie setzt das richtige Zeichen, bis hierhin und nicht weiter", so Tunali.


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